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"Fotografieren ist mehr als auf den Auslöser drücken." (Bettina Rheims) |
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Es gibt viele Auffassungen darüber, was gute Fotografie ist und keine davon ist absolut. Viele Menschen messen der Fotografie eher eine untergeordnete Bedeutung bei, wenn von Gestaltung die Rede ist, da der Prozess nur das „Ablichten“ zu beinhalten scheint. Dieser Eindruck mag darin begründet liegen, das heute so gut wie jeder über eine Kamera verfügt und man im digitalen Zeitalter ohne Probleme schnell zu relativ akzeptablen Ergebnissen kommt. Im Gegensatz dazu muss ein Maler über entsprechendes Können und Erfahrung verfügen, um ein Bild entstehen zu lassen. Allerdings liegen zwischen dem spontanen „Knipsen“ und Fotografie nach wie vor Welten. Digitale Spiegelreflexkameras, die sich nun mittlerweile in bezahlbaren Preissegmenten bewegen, haben gezeigt, das dies nicht zwangsläufig eine Frage teurer Ausstattung ist. Warum ist das so? Photographie, aus dem Altgriechischen, bedeutet „Malen mit Licht“. Da uns das Wesen von Licht im täglichen Umgang so vertraut ist, wird dessen Wirkung unterschätzt. Ein Foto entsteht als „Lichtbild“, das daher immer bestimmte Aspekte betont, andere abschwächt, bis sogar gänzlich ausradiert werden können. Dieses Prinzip ist vielfältig und lässt sich daher so bewusst nutzen, das Licht zu einer Art Pinsel für ein Bild werden kann und Fotografie sich hier langsam (aber sicher) vom Klischee der Unachtsamkeit wegbewegt. Obwohl ein Bild nun immer konstant durch die Einwirkung des Lichts der Außenwelt entsteht, kann Fotografie jedoch kann niemals die Realität abbilden. Mit der Erläuterung technischer Details wie Linsenkrümmung, Farbverzerrungen, Auflösung, etc. möchte ich den Leser an dieser Stelle nun nicht langweilen. Allerdings werden die meisten bei der Erwähnung solcher Begrifflichkeiten wissen, worauf ich hier hinaus möchte. Bewegt man sich nun von der rein technischen Ebene fort, verhält es sich weiterhin so, das Fotografie nicht die von uns empfundene Realität abbildet. Empfindung ist dabei das Stichwort. Schauen wir in die Welt, so sehen wir nur das, was wir sehen „wollen“; d.h. das, worauf wir uns konzentrieren. Wir reduzieren eine Situation auf das für uns Wesentliche. Sei es in diesem Moment der Gesprächspartner der uns gerade gegenüber steht oder die Uhr hinter ihm, da wir gerade unter Zeitdruck stehen. Anders als der Maler, der jedes Objekt in seine Komposition bewusst einfügen muss, zeichnet eine Fotokamera schonungslos alles auf, was sich in der Szene befindet. Das alles wird uns spätestens dann bewusst, wenn wir Gelegenheit haben eine eingefrorene Szene länger zu betrachten. Scheinbare Nebensächlichkeiten wie Bildausschnitt, Perspektive, Symbolismus von Objekten etc., die uns zum Zeitpunkt der Aufnahme nie aufgefallen wären, gewinnen plötzlich an Bedeutung und bestimmen die Wirkung und Aussage des Bildes. Das ist der Part, wo bewusstes Sehen und damit bewusste Fotografie anfängt. Fotografieren bedeutet für mich, einen Eindruck im Form eines Bildes festzuhalten. |